Was ist eigentlich Fotokunst? Und was bedeutet Fine Art Photography?
Diese Fragen werden mir oft gestellt, wenn ich erzähle, das ich neben meinen gängigen Fashionshootings auch im Bereich Fine Art fotografiere und abstrakte Kunst damit kreiere. In diesem Beitrag möchte ich meine aktuellsten Fine Art Bilder präsentieren, die ein oder andere Anekdote dazu erzählen und auch meine Inspiration vorstellen.

Gibt man in der gängigsten Suchmaschine den Begriff „Fine Art Fotografie“ ein, findet man allerhand Informationen zur künstlerischen Fotografie. Kunst mit der „ein inhaltliches oder formales Anliegen ausgedrückt werden soll“. (siehe Wikipedia)
Bei der klassischen Modefotografie gibt es oft nur ein Anliegen. Produkte an einem Model zeigen, eine schöne Bildstimmung erzeugen und darauf hoffen, dem Betrachter ein Kleidungsstück oder Schmuckstück schmackhaft zu machen.
Bei der Fotokunst (oder wie ich sie nenne: Fine Art Photography) sieht das anders aus. Mit Bildern, die meist etwas surreales darstellen, möchte man zum denken anregen. In nur einem Bild eine Geschichte erzählen. Eine Geschichte, die dem Betrachter im Gedächtnis bleibt.

Der Aufwand

Auch wenn man eine Geschichte mit nur einem Bild erzählen kann, steht hinter diesem Bild eine Menge Arbeit. Nehmen wir beispielsweise mein Bild „Hunted Deers„.

Robin Halford Fine Art Photography Hunted Deers

Das surreale Bild besteht insgesamt aus 15 Bildern: die einzelnen Briefe, die liegenden Personen, die stehende Person, die Wolken und die bergige Landschaft.
Und nicht nur die Komposition aus mehreren Bildern macht die Fotokunst zu einer aufwendigen Arbeit. Auch die Entstehung der Geschichte, sowie die Übermittlung der richtigen Stimmung, des sogenannten Moods, wollen gut überlegt sein und müssen trotz viel Fantasie noch umsetzbar sein. Oft scheitern Fine Art Fotografen daran, ihre Fantasie umzusetzen.

Doch hier ist es wichtig nicht aufzugeben und jeden fehlerhaften Versuch als Lehrgang mitzunehmen und sich zu überlegen, wie man das nächste mal besser und erfolgreicher arbeiten kann.

Die Entstehung

Jeder Fotograf hat seine eigene Herangehensweise, um das bestmöglichste aus seinen Arbeiten zu holen. Für mich gehört es dazu für eine Kunstfotografie sehr früh aufzustehen. Meistens entstehen meine Bilder, im Herbst oder frühen Winter, kurz vor Sonnenaufgang. Die Lichtstimmung der „Golden Hour“ ist für mich eine ganz besondere und gibt meinen Arbeiten das besondere etwas. Hier sollte man aber nicht vergessen sich warm anzuziehen. Für mich zählt hier das Motto „Nur die Harten kommen in Garten„. Ausgerüstet mit Stativ und Selbstauslöser stehe ich meistens selbst Model für meine Bilder, nur selten stehen andere im Mittelpunkt dieser Arbeiten. Das passiert aber nicht, weil ich selbst so gerne im Fokus stehe, sondern weil ich niemand anderem zumuten möchte, so früh aufzustehen und sich leicht bekleidet in schwierigen Situation wiederzufinden. Als ich beispielsweise die Bilder für „Long live the Baptist“ fotografierte, tat ich das in einem nahe gelegenen See, bekleidet mit einem Strickpullover und Badeshorts. Für eine Joggerin muss das schon ein sehr merkwürdiges Bild abgegeben habe, wie ich so bekleidet um halb sieben Uhr in der Früh, mit einer Kerze aus dem See stieg. Das will ich wirklich niemand anderem antun. Man sollte sich aber deswegen niemals einschränken lassen und sich Sorgen um die Gedanken anderer machen.

Die Inspiration

Inspiration für meine Fine Art Fotografie finde ich in allem. Sei es ein Märchen, ein Lied oder eine alltägliche Situation. Für einer dieser Arbeiten inspirierte mich auch beispielsweise ein Traum. Als Tipp kann ich hier nur sagen, das wenn man Inspiration in etwas findet und daraus eine Idee entsteht, diese Idee direkt zu notieren oder zu skizzieren. Im Nachhinein fällt einem nie wieder das ein, an was man gedacht hat.
In einem eigenen Heft habe ich viele Skizzen und Stichworte für noch ausstehende Bilder. Ich bin gespannt, in welchen außergewöhnlichen Situationen ich mich noch wieder finden werde.